Epochenunterricht

Aus Waldorfwiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Wenn uns ein Problem plagt, so hört man oft den Rat: „Schlaf doch mal drüber!“


Dahinter steckt die Erfahrung, dass ein Problem, das in die Nacht hinüber genommen wird, am nächsten Tag ganz anders aussieht oder neue Aspekte zeigt. Dasselbe gilt auch für Lernvorgänge. Was an einem Tag aufgenommen oder geübt wurde, tritt am nächsten Tag in verwandelter Form, z. B. als Können wieder hervor. Wenn wir etwas vergessen, verschwindet es nicht einfach aus unserem Bewusstsein. Das Vergessen ist ein aktiver Vorgang, bei dem das Aufgenommene verarbeitet und verwandelt wird.

Diese Erfahrungen, die man als Lehrer täglich machen kann, werden in der Waldorfpädagogik ganz bewusst für die Förderung der Lernvorgänge eingesetzt. Ein Beispiel dafür ist der Epochenunterricht. Bei dieser Unterrichtsform wird ein Fach über 3 bis 4 Wochen jeden Tag in den ersten Stunden (dem Hauptunterricht) gegeben. Auf diese Weise kann das, was an einem Tag aufgenommen wurde, jeweils durch den Schlaf in den nächsten Tag getragen werden. Lernen wird auf diese Weise nicht zu einem linearen Vorgang, bei dem stets weiteres Wissen angehäuft würde, es wird zu einem Rhythmus, in dem Aufnehmen, Vergessen und Erinnern gleichermaßen zum Lernvorgang beitragen.

Persönliche Werkzeuge
Schulen in Deutschland