Feldmessen 10. Klasse

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Die Jugendlichen suchen in der Zeit, "in der die Eltern schwierig werden" die Auseinandersetzung mit der objektiven Welt - gerade weil sie selbst so subjektiv sind. Was in der Welt ist aber schon objektiv? Messverfahren sind es, müssen es sogar sein. Die Anforderungen, die dabei zu erfüllen sind, erweisen sich als außerordentlich heilsam für dieses Lebensalter.


Beim Feldmessen wird ein überschauberer Geländeabschnitt so vermessen, daß mit den Ergebnissen eine Karte gezeichnet werden kann. Zu diesem Zweck wird an den Waldorfschulen ein Feldmesspraktikum durchgeführt. Dieses Praktikum dauert mindestens eine Woche.

Im Juli 1988 fuhr unsere Schule mit ihren beiden 10. Klassen zu diesem Zweck erstmals auf die Hallig Hooge. Vorher fand das Feldmessen auf der Silberhütte (bei Flossenbürg) im Oberpfälzer Wald statt. Die Hallig Hooge liegt mitten im Nationalpark "Nordfriesisches Wattenmeer", und so bietet diese Gegend natürlich noch zusätzliche Reize.

In der ersten Vermessungswoche wird ca. die Hälfte der Hallig von einer Klasse vermessen, in der darauffolgenden der Rest der Hallig von der Parallelklasse. Wir beginnen mit dem Abstecken einer Hauptbasis, deren Länge anschließend so genau wie möglich vermessen wird. Von dieser Basisstrecke aus werden Dreiecke gebildet und deren Winkel gemessen (Triangulation). Die dadurch gewonnenen Dreieckspunkte werden durch ein Polygonnetz verdichtet.

Die Längenmessung der Basis erfolgt recht altertümlich mit Hilfe von vier Meter langen Latten, welche in einer Flucht immer wieder hintereinander gelegt werden. Die Messung wird "hin" und "zurück" durchgeführt. Bei großer Sorgfalt wird hier über eine Strecke von 200 - 300 m eine Genauigkeit von ca. 10 - 20 cm erreicht.

Die Triangulation erfolgt mit Hilfe von Theodoliten. Zum Einsatz kommt dabei überwiegend der Wild T2, ein Sekundentheodolith mit sehr hoher Meßgenauigkeit. Die Winkel werden in drei Sätzen und zwei Fernrohrlagen gemessen, um die hohe Genauigkeit der Theodolithen auszunutzen.

Mit den daraus resultierenden Meßergebnissen werden die Dreieckspunkte in rechtwinklige Koordinaten umgerechnet, welche die Grundlage der zu zeichnenden Karte bilden.

Die sich daran anschließenden Polygonzüge dienen der Verdichtung des Dreieck-Netzes. Für die Vermessung kommen wieder Theodolithe zum Einsatz. Die Polygonstrecken werden mit Maßband gemessen.



von Wolf Altemüller

www.feldmessen.de

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