Reinkarnation und Karma

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Wahrend des irdischen Lebens gehört der Mensch der physischen, aber auch der seelischen und der geistigen Welt an. Die Seele ist das Bindeglied zwischen Leib und Geist. Empfindungen und Wahrnehmungen geschehen in der physischen Welt. Die sinnlichen Eindrücke sind sowohl an ein äußeres Ding wie an ein Sinnesorgan gebunden. Sie. sind vorübergehend, können aber in der Seele immer wieder Vorstellung werden. Die Seele gibt die Erinnerung an die Erlebnisse der Vergangenheit an den Geist weiter. "Der Geist des Menschen trägt dadurch in jedem Augenblicke seines Lebens zweierlei in sich. Erstens die ewigen Gesetze des Wahren und Guten und zweitens die Erinnerung an die Erlebnisse der Vergangenheit". Der Geist wandelt die Eindrücke aus der Vergangenheit um, indem er den Erlebnissen die Kraft entnimmt, seine Fähigkeiten zu bereichern.

In seiner Leiblichkeit hat der Mensch seine Eigenschaften innerhalb der Gattung durch Vererbung erworben. Der Geist aber erscheint in jedem einzelnen Menschen in einer für ihn charakteristischen Gestalt. Jedes Individuum hat als geistiger Mensch seine eigene Gestalt, seine eigene Biographie. Diese geistige Gestalt kann er nur von sich selbst haben. "In meinen Vorfahren bin ich sicher nicht vorhanden gewesen, denn diese sind als geistige Menschen von mir verschieden, Meine Biographie ist nicht aus der ihrigen erklärbar, Ich muss vielmehr als geistiges Wesen die Wiederholung eines solchen sein. aus dessen Biographie die meinige erklärbar ist".

Aus der Tatsache, dass jeder Mensch mit bestimmten seelischen Anlagen geboren wird. folgert Steiner, dass er als geistiger Mensch schon vor der Geburt da gewesen sein muss, "So wie also die physische Menschengestalt immer wieder und wieder eine Wiederholung, eine wieder Verkörperung der menschlichen Gattungswesenheit ist, so muss der geistige Mensch eine wieder Verkörperung desselben geistigen Menschen sein. Denn als geistiger Mensch ist eben jeder eine eigene Gattung" .

Die menschliche Seele hat während des irdischen Lebens sowohl Anteil am Leib als auch am Geist, Der Seelenleib. das dritte Leibesglied. unterliegt den Gesetzen der physischen Vererbung. Weil die Empfindungsseele den Seelenleib durchdringt, können auch seelische Eigenschaften vererbt werden, Das Geistselbst wird im irdischen Leben zwischen Geburt und Tod von der Bewusstseinsseele durchsetzt, Der Geist bewahrt die Erlebnisse der Vergangenheit nicht, aber ihre Früchte machen auf ihn einen bleibenden Eindruck. " In einem Leben erscheint der menschliche Geist als Wiederholung seiner selbst mit den Fruchten seiner vorigen Erlebnisse in vorhergehenden Lebensläufen. Dieses Leben ist somit die Wiederholung von andern und bringt mit sich. was das Geistselbst in dem vorigen Leben sich erarbeitet hat" ,

Wie der Mensch nach dem Schlaf seine durch die Nacht unterbrochene Arbeit wieder aufnimmt. so sind die Taten der vorigen Leben Vorbedingungen seines jetzigen Lebens, In der jeweiligen Verkörperung findet der Mensch die Umwelt vor. die den Früchten seiner Taten in den vorangegangenen Inkarnationen entspricht. Dies bezeichnet Steiner als Schicksal oder Karma des Menschen, "Das Leben der Seele ist somit ein Ergebnis des selbst geschaffenen Schicksals des Menschengeistes, Dreierlei bedingt den Lebenslauf eines Menschen innerhalb von Geburt und Tod. Und dreifach ist er dadurch abhängig von Faktoren. Die jenseits von Geburt und Tod liegen. Der Leib unterliegt dem Gesetz der Vererbung,' die Seele unterliegt dem selbst geschaffenen Schicksal, Man nennt dieses von dem Menschen geschaffene Schicksal mit einem alten Ausdrucke sein Karma, Und der Geist steht unter dem Gesetze der wieder Verkörperung, der wiederholten Erdenleben" . Der Leib des Menschen ist vergänglich. Er unterliegt den physikalischen Gesetzen und zerfallt nach dem Tod in seine stofflichen Bestandteile. Der Geist ist das Unvergängliche am Menschen. Das Seelenleben, das dem Karma unterliegt, vermittelt während des irdischen Lebens den Zusammenhang zwischen dem vergänglichen Leib und dem unvergänglichen Geist.

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