Rudolf-Steiner-Schule Berlin
Aus Waldorfwiki
Rudolf-Steiner-Schule Berlin-Dahlem
Auf dem Grat 3
14195 Berlin
Tel.: 030-8300910, Fax.: 030-83009155/21
E-Mail: dahlem01@waldorf.net
Webseite: dahlem.waldorf.net
Klassen: K-13; Sprachen: en,fr,ru; Hort
2008 feierte die Rudolf Steiner Schule ihr 80-jähriges Bestehen. Sie gehört also zu den alten Schulen. Dennoch ist sie nicht stehen geblieben: der Schulorganismus ist in ständiger Bewegung und Erneuerung. Lehrer und Eltern stellen sich den Herausforderungen der Zeit.
Die Rudolf Steiner Schule Dahlem ist eine öffentliche allgemeinbildende Schule in freier, gemeinnütziger Trägerschaft. Sie ist Mitglied im Bund der Freien Waldorfschulen Die Schule führt zu allen anerkannten Schulabschlüssen.
Leitgedanken
Die Rudolf Steiner Schule ist gegenüber den Anforderungen der Zeit aufgeschlossen und gleichzeitig ihrer über siebzigjährigen Tradition verpflichtet. Deshalb reicht unser Angebot von der Eingangsstufe für die Schulanfänger über die verlässliche Betreuung der Grundschüler (VHG, Hort) bis hin zu den üblichen Schulabschlüssen.
Im Mittelpunkt steht das Lernen und die Entwicklung jedes einzelnen Kindes. Über acht Jahre hinweg begleitet der Klassenlehrer den Werdegang der Kinder und unterstützt sie dabei. Der Unterrichtsstoff und seine Aufbereitung sind dem jeweiligen Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler angemessen.
Lernen findet nicht nur im Kopf statt. Bewegung und handwerkliche Fähigkeiten sind wesentliche, über das Unterrichtsangebot der klassischen Schulen hinausgehende, Elemente. Die musischen Angebote, mit der im Hause befindlichen Freien Musikschule entwickelt, bilden einen besonderen Schwerpunkt.
Die Entwicklung der Klassengemeinschaft und die Übernahme von Verantwortlichkeiten im Schulalltag fördert die soziale Kompetenz der Kinder und Jugendlichen.Anstelle der reinen Wissensvermittlung bemühen wir uns in der Rudolf Steiner Schule die Grundlage dafür zu legen, dass die Kinder engagierte, selbstbewusste und gebildete Erwachsenen werden.
Geschichte
1923 war die Geburtsjahr der Waldorfpädagogik in Berlin. Mit staatlicher Genehmigung konnten kleine Gruppen von Kindern bis zur vierten Jahrgangsstufe in wechselnden Privatwohnungen, amtlich als "Privatzirkel“ bezeichnet, unterrichtet werden. 1928 wurde dann die Rudolf Steiner Schule Berlin in einem Hinterhaus der Genthiner Strasse, Berlin Mitte, als erste Berliner Waldorfschule gegründet. Bereits im Dezember des ersten Schuljahres konnten die 56 Kinder einer ersten und einer kombinierten 2./3./4. Klasse in ein frei gewordenes Gebäude in der Kreuzberger Großbeerenstrasse umziehen. Schrittweise wurden die Schulstufen ausgebaut. Eine Oberstufe wurde 1933 eingerichtet. In den folgenden Jahren prägte die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus die junge Waldorfschulbewegung. Noch im Jahre 1933 schlossen sich acht deutsche Waldorfschulen zum Bund der Waldorfschulen in den Gebäuden der Rudolf Steiner Schule zusammen, um sich gemeinsam dem wachsenden Druck stellen zu können. Insbesondere die Beschäftigung jüdischer Lehrkräfte war dem Regime ein Dorn im Auge. Nach schmerzhafter Diskussion entschied sich die Eurythmistin Lola Jaerschky, die Schule zu verlassen, um als sogenannte „Halbjüdin“ die Schule nicht zu belasten. 1934 zog die Schule in die Charlottenburger Berliner Straße, in der Nähe des heutigen Ernst-Reuter-Platzes um. 1938 wurde auf Druck der nationalsozialistischen Verwaltung die Entscheidung getroffen, die Schule aufzulösen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Schule 418 Schülerinnen und Schüler. 1948 fand die zweite Gründungsphase statt, durch die Trennung der Stadt in Ost und West wesentlich erschwert. Ohne Genehmigung der Schulbehörden wurde 1949 auf dem Grundstück an der Clayallee in zwei ehemaligen Wehrmachtsgebäuden der Unterricht für fünf Klassen wieder aufgenommen. Unter erheblicher Geldnot wurden die Gebäude ausgebaut. Der erste Abiturjahrgang verließ 1957 die Schule. 1968 wurde der Saalbau eingeweiht, der als Fest- und gleichzeitig als Turnsaal genutzt wurde. In den siebziger und achtziger Jahren wurde der Neubau in zwei Baustufen errichtet.
