Waldorfschule Berlin-Mitte

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Freie Waldorfschule Berlin-Mitte
Weinmeisterstr. 16
10178 Berlin
Tel.: 030-8009758-0, Fax.: 030-8009758-14
E-Mail: mitte@waldorf.net
Webseite: waldorf.mitte.net
Klassen: 1-13; Sprachen: en,ru; Hort



Im Zentrum der Stadt, ein Steinwurf vom Alexanderplatz und den Hackeschen Höfen entfernt, mitten im historischen Scheunenviertel konnte der freie Träge die Weinmeisterstraße 16 als sein dauerhaftes Domizil gewinnen. Als ein großzügiges, dem Reformgedanken im Schulbau folgendes Gebäude der fünfziger Jahre, steht es auf einem traditionsreichen Schulstandort der Spandauer Vorstadt. Aufbauend auf den bewährten Traditionen der Waldorfpädagogik versucht das Kollegium dem Zeitgeist und den mitgebrachten Impulsen der jungen Menschen gerecht zu werden. Künstlerisch- Handwerkliches bestimmt neben dem Kognitiven das Curriculum. So wird über die drei wesentlichen Bereiche - Kopf, Herz und Hand – versucht die ganze Persönlichkeit des Schülers anzusprechen. Zwei Fremdsprachen ab der ersten Klasse fördern Weltoffenheit und stärken die Achtung vor den verschiedenen Kulturen. Klassen- u. Theaterspiele, Forst-, Feldmess-, Sozial-, Ökologie- und Kunstpraktikum, Eurythmie, Monatsfeiern, Jahresfeste und freie Projektwochen gehören genauso dazu wie Biographiearbeiten als auch Chor, Orchester und Bigband im Rahmen des Musikunterrichts der Oberstufe. Statt auf Leistungsdruck als ungeeigneten Antrieb für eine lebenslange Lernbereitschaft wird in den ersten Jahren mit der natürlichen und geliebten Autorität des Klassenlehrers und später auf die durch den Lehrer zwar anzuregende aber eigene Motivation der jungen Menschen gesetzt. Das so genannte –Sitzenbleiben- gibt es bei uns nicht und die Benotung wird erst ab der Klassenstufe 11 eingesetzt. Ein umfangreiches Wortzeugnis am Ende eines jeden Schuljahres gibt den Schülern notwendige Hinweise und Orientierung. Die Waldorfschulzeit endet in der zwölften Klasse mit einem eigenen Abschluss. In der 13.Klasse werden Vorbereitungskurse angeboten an deren Ende die Abiturprüfung steht. Der Grad an - corporate identity - im Dreiecksverhältnis zwischen Schüler-Eltern- und Lehrerschaft hat wesentlichen Einfluss auf den Erfolg des ganzen Unternehmens Schule.
Heute lernen in der Schuleingangsstufe und weiteren 13 Klassen unserer Schule 368 Schüler, die von 39 LehrerInnen und ErzieherInnen sowie 7 MitarbeiterInnen im Verwaltungs- und technischen Bereich begleitet werden. Die an die verlässliche Halbtagsgrundschule anschließende nachschulische Betreuung nutzen 140 Schüler. (Stand 9/2005)


Geschichte

Es war der 4. November 1989. Neben all den Plakaten auf der großen Demonstration auf dem Alexanderplatz, die die Veränderung der politischen Situation im Lande einforderten, gab es auch zahlreiche, die eine Veränderung der Schullandschaft und die Gründung von Waldorfschulen forderten. Schon am selben Abend trafen sich viele interessierte Studenten und aktive Lehrer in der Christengemeinschaft in der Schwedter Straße zu ersten Besprechungen. Der Wunsch nach Veränderung, der an diesem Tage so vielfach zum Ausdruck kam, lief nun mit dem Impuls von Margarete Heinrich, einer ehemaligen Waldorflehrerin, zusammen. Sie erkannte die politische Situation für eine Schulgründung als reif genug und brachte die notwendige Erfahrung für eine Waldorfschulgründung mit. Aus der großen Zahl der Interessenten befähigte sie ein Gründungskollegium von 11 Menschen, die so schnell wie möglich mit der Schule beginnen sollten, denn es war nicht absehbar, wie lange die Türen für solche Unternehmungen offen blieben. Als am 3. September 1990 in der Dresdener Straße 113 eine der ersten Waldorfschulen in der ehemaligen Hauptstadt der noch existierenden DDR ihre Tore öffnete, lag hinter den Lehrern und Eltern eine große Anstrengung. Neben der inhaltlichen Vorbereitung mussten sie aus einem ehemaligen Staatssicherheitsobjekt, von dem noch lange die alten Telefonhörer in den Baumwipfeln vor der Schule kündeten, in nur 3 ½ Monaten eine Waldorfschule entstehen lassen. Noch umgrenzten die Schule, die direkt am ehemaligen Todesstreifen an der Grenze zu Kreuzberg gelegen war, zwei Grenzmauern, die mit der Eröffnungspolonaise der Kinder am ersten Schulta symbolisch und wahrhaftig durchbrochen wurden. Mehr als 140 Schüler der Klassen 1-5 begannen mit 9 Lehrern ihren ersten Hauptunterricht. Das bis dahin einheitliche Schulsystem der DDR war mit diesem Akt aufgebrochen.






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